Pro-Sprachen.de

Expert*innen pro Sprachen

unser Selbstverständnis – in (permanenter) Aushandlung

Wir verstehen uns als ein Netzwerk aus Einzelpersonen mit Expertise aus verschiedenen Bereichen, die sich alle mit Sprachen, ihrem Gebrauch und ihrer Aneignung in gesellschaftlicher Aushandlung beschäftigen. Durch unsere gemeinsamen Diskussionen und Beiträge tragen wir im Sinne einer fachlich einschlägigen Gegenöffentlichkeit zu einem Bewusstsein für die Bedeutung von Sprachen in Bezug auf rechtliche Regelungen, politische Gegebenheiten und Bildungsvoraussetzungen bei. So machen wir politische Dimensionen von Sprachaneignung und ihrer Erforschung sichtbar und beleuchten gesellschaftliche Strukturen sowie politische Rahmenbedingungen, die Sprachgebrauch und Sprachaneignung beeinflussen.

Was uns verbindet: 

  • Jede Sprache ist gleichermaßen wertvoll, daher verbindet uns die Überzeugung, dass eine sprachenfreundliche und sprecher*innengerechte Gesellschaft den Weg zu einem gerechteren Miteinander ebnet.
  • Mit Sprachen agieren wir stets in Spannungsfeldern: zwischen Konventionalität und Kreativität/Innovativität; Schließung und Öffnung; Stabilität und Dynamik; Eindeutigkeit und Mehrdeutigkeit; Transparenz und Intransparenz; Komplexität und Einfachheit; eigentlich und uneigentlich; Inhalt und Form … 
  • Sprachen befinden sich in permanenter Veränderung und Aushandlung und wir stellen uns gegen das vorherrschende Verständnis, dass wir jede Sprache als einzelnes ‚Ding‘ erfassen können: Sprachen sind immer eingebunden in soziale Kontexte, biographisches Erleben und werden (unterschiedlich) verstanden und bewertet. Gleichzeitig werden einzelne Sprachen und ihre Kenntnisse als zählbar/bestimmbar verstanden, wenn sie zum Kategorisieren, zum Vereindeutigen, zum Zuweisen zu bestimmten Status dienen.
  • Sprachen stellen einen wichtigen Teil der menschlichen Expressions- und Kommunikationsmöglichkeiten dar – und haben neben praktischen auch ganz wichtige poetische und emotionale Funktionen, und einen gewissen Eigensinn.
  • Sprachen sind immer mit ihren Sprecher*innen verbunden, und bekommen im Bezug auf diese Bedeutung als Emanzipations-, Macht- oder Normierungsinstrument – in einer (post-)Migrationsgesellschaft dürfen nicht nur Verwertungslogiken und Normorientierung eine Rolle spielen.

Welche Fragen wir uns stellen:

  • Wer entscheidet über Sprachen und Sprachgebrauch und welche Bedeutung von Sprachen in Bezug auf rechtliche, politische und Bildungsvoraussetzungen erleben wir?
  • Wo dient Sprache bzw. eine bestimmte Sprache als Zugang zu Ressourcen und wer regelt diese Prozesse inklusive ihrer Saktionierung? Wo wird der Zugang verweigert?

Aber auch: 

  • Wie gehen wir im Fach DaF/DaZ und in anderen Sprachprofessionen mit den Verwertungslogiken in Gesellschaft und Politik um? 
  • Welche aktivistischen Anteile hat die professionelle Beschäftigung mit Sprachen und wie gehen wir damit um? 
  • Wie können wir aus unseren unterschiedlichen Perspektiven Einfluss nehmen/mehr Resonanz erreichen? 

Wer wir sind:

Cathrin Thomas, Bielefeld

Sabine Stallbaum

Judith Purkarthofer, Essen (https://www.uni-due.de/germanistik/purkarthofer/)

Katharina Hirt, Koblenz (https://www.uni-koblenz.de/de/philologie-kulturwissenschaften/germanistik/team/katharina-hirt )

Susanne Oberdrevermann, Bad Münstereifel

Dana Engel, Koblenz (https://www.uni-koblenz.de/de/zfl/ueber-uns/personen/dana-engel)

Andrea Daase, Bremen (https://www.andrea-daase.de)

Udo Ohm, Bielefeld (http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/uohm/person.html)

Michael Dobstadt, Asunción

Beate Mertens

Renate Riedner, Brno

Iris Beckmann-Schulz, Hamburg (Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch, Passage gGmbH https://www.deutsch-am-arbeitsplatz.de/fachstelle/das-team )

Marie Leroy, Frankfurt am Main

(Stand: September 2024)